Familie als Schattenspiel im Profil vor Sonnenuntergang

Familien entlasten statt Einkommen ersetzen: Judith Münter setzt Impuls für eine Reform.

Familien leisten jeden Tag Enormes – doch wird diese Leistung auch ausreichend anerkannt und wertgeschätzt? Genau hier setzt Judith Münter mit ihrer neuen Petition an. Sie fordert eine grundlegende Neuausrichtung des Elterngeldes: weg vom bisherigen Lohnersatzprinzip und hin zu einer gerechteren, einfacheren und familienorientierten Unterstützung.

Ein Kind zu betreuen, zu pflegen, zu begleiten und ihm einen sicheren Start ins Leben zu ermöglichen, ist eine gesellschaftlich unverzichtbare Aufgabe. Diese Leistung ist unabhängig davon gleich wertvoll, wie viel die Eltern vor der Geburt verdient haben.

Aktuell orientiert sich die Höhe des Elterngeldes maßgeblich am Einkommen vor der Geburt. Wer zuvor viel verdient hat, erhält entsprechend mehr Unterstützung. Eltern mit geringem Einkommen oder ohne vorherige Erwerbstätigkeit bekommen dagegen deutlich weniger.

Das bestehende System berücksichtigt die tatsächliche Bedeutung von Care-Arbeit nicht ausreichend.

Genau hier setzt die Petition „Schluss mit dem Lohnersatzprinzip beim Elterngeld: Familien entlasten!“ an.

Elterngeld kann traditionelle Rollenbilder verstärken

Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männern.

In vielen Familien verdient ein Elternteil mehr als der andere. Häufig ist das der Vater. Wenn die Höhe des Elterngeldes vom vorherigen Einkommen abhängt, kann dies die Entscheidung beeinflussen, wer nach der Geburt beruflich kürzertritt.

Besonders problematisch wird es bei mehreren Kindern: Wenn ein Elternteil wegen der Betreuung des ersten Kindes seine Arbeitszeit reduziert hat, kann das geringere Einkommen später auch die Höhe des Elterngeldes für ein weiteres Kind beeinflussen.

So können finanzielle Nachteile entstehen, die insbesondere Frauen treffen und eine partnerschaftliche Aufteilung von Erwerbs- und Sorgearbeit erschweren.

Die Forderung: Ein einheitliches Familiengeld

Die Petition fordert deshalb eine grundlegende Reform der Familienleistungen.

Konkret sollen das bisherige Lohnersatzprinzip abgeschafft und Kindergeld sowie Elterngeld für einen Zeitraum von zwölf Monaten zu einem einheitlichen, steuerfinanzierten Familiengeld zusammengeführt werden.

Dieses soll sich am Vollzeit-Mindestlohn orientieren und unabhängig vom vorherigen Erwerbseinkommen ausgezahlt werden.

Die Forderungen eines einheitlichen Familiengeldes verbinden damit mehrere Ziele:

  • Mehr Gerechtigkeit: Jedes Kind soll unabhängig vom Einkommen seiner Eltern einen guten Start ins Leben bekommen.
  • Mehr Anerkennung: Unbezahlte Sorgearbeit soll gesellschaftlich und finanziell stärker wertgeschätzt werden.
  • Mehr Gleichberechtigung: Familien sollen ihre Aufgaben partnerschaftlicher aufteilen können, ohne dass finanzielle Nachteile die Entscheidung bestimmen.
  • Weniger Bürokratie: Eine Zusammenführung bestehender Leistungen könnte Antragsverfahren vereinfachen und Verwaltungsaufwand reduzieren.

Sorgearbeit ist genauso wertvoll wie Erwerbsarbeit

Die Diskussion um das Elterngeld zeigt, dass Familienpolitik mehr sein muss als die Verwaltung einzelner finanzieller Leistungen. Sie muss dafür sorgen, dass Eltern ihre Kinder ohne unnötige finanzielle Unsicherheit begleiten können.

Eine gerechte Familienpolitik sollte nicht allein danach fragen, wie viel Eltern vor der Geburt verdient haben. Sie sollte auch anerkennen, welchen gesellschaftlichen Wert die Betreuung und Erziehung von Kindern hat. Ob das vorgeschlagene Familiengeld der richtige Weg ist, kann und sollte politisch diskutiert werden. Klar ist jedoch: Die Frage, wie wir Familien finanziell unterstützen und Sorgearbeit anerkennen, verdient mehr Aufmerksamkeit.

Jetzt Petition unterstützen!

Wer sich für eine gerechtere Verteilung von Familienleistungen, mehr Anerkennung von Sorgearbeit und eine familienfreundlichere Politik einsetzen möchte, kann die Initiative mit seiner Unterschrift unterstützen.

Hier geht es zur Petition:

Schluss mit dem Lohnersatzprinzip beim Elterngeld – Familien entlasten!

Foto: Unsplash.com/ Jochen van Wylick

Schreibe einen Kommentar